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Daten & Fakten zur Kunststoff-Tragetasche

Nr. 1 – Geringer Anteil der Kunststoff-Tragetasche an Kunststoff-Verpackungen

Der Anteil der Kunststoff-Tragetaschen an den gesamten Kunststoff-Verpackungen liegt z.B. in Deutschland unter 3%. Es ist daher falsch, bei diesem geringen Anteil die Kunststoff-Tragetasche als Verursacher für die Verschmutzung der Landschaft und Weltmeere zu bezeichnen.

 

Nr. 2 – Marktvolumen von Kunststoff-Tragetaschen: Übertriebene Mengenangaben im Umlauf

In der EU werden ca. 0,7 Mio. Tonnen Kunststoff-Tragetaschen hergestellt. Basis sind Recherchen des Europäischen Verbandes der Kunststoffe verarbeitenden Industrie (EuPC). Die Behauptung der EU-Kommission, das Aufkommen an Kunststoff-Tragetaschen läge in Europa bei 3,4 Mio. Tonnen, ist falsch.

Die von der EU-Kommission genannten Daten umfassen nicht nur Kunststoff-Tragetaschen, sondern alle Industriesäcke aus Kunststoffen und sonstige Kunststoffbeutel, die zum Verpacken der verschiedensten Güter eingesetzt werden. Damit liegt das tatsächliche Marktvolumen von Kunststoff-Tragetaschen bei weniger als 20% der von der EU-Kommission in den Raum gestellten Zahl.

Ob die EU-Kommission bewusst maßlos überhöhte Zahlen in Umlauf gebracht hat, wissen wir nicht. Eines hat die EU-Kommission aber erreicht: Die Zahlen sind veröffentlicht, viele Bürger und auch Experten glauben sie.

 

Nr. 3 – Zahl der benutzten Kunststoff-Tragetaschen pro EU-Bürger: Verbrauch von 65 Tragetaschen pro Jahr in Deutschland

Pro Jahr verbraucht der Bundesbürger 65 Kunststoff-Tragetaschen. Diese Zahl ist vom Umweltbundesamt bestätigt. In den Medien erscheint häufig die Angabe, dass jeder EU-Bürger 500 Tragetaschen im Jahr benutzt. Diese Zahl hatte die EU-Kommission im Sommer letzten Jahres veröffentlicht und entsprechend ihrer Zahlenangabe zum Marktvolumen auch hier nicht nur Kunststoff-Tragetaschen einbezogen, sondern alle Industriesäcke aus Kunststoffen und sonstige Kunststoff-Beutel, die zum Verpacken der verschiedensten Güter eingesetzt werden.

 

Nr. 4 – Kunststoff-Tragetaschen kein „Wegwerfprodukt“: Repräsentative Studie widerlegt Aussage der Einmalnutzung

Über Nutzungsdauer und -häufigkeit von Kunststoff-Tragetaschen kursieren haarsträubende Angaben. Die Aussage der EU-Kommission (Vorspanntext zur Befragung 2011), dass Tragetaschen nur 30 Minuten benutzt werden, ist nicht zutreffend.

Da eine große Zahl von Tragetaschen in der EU inzwischen verkauft wird, hat sie aus Verbrauchersicht einen Wert. Aus eigener Erfahrung ist bekannt, dass es in den meisten Haushalten eine Sammlung von Tüten gibt, die bei Bedarf zu Sport, Freizeit oder Einkauf wiederverwendet werden. Die letzte Verwendung von vielen Kunststoff-Tragetaschen findet oft als Müllsack statt.

Darüber hinaus belegen repräsentative Untersuchungen, dass die Tragetasche kein „Einwegprodukt“ ist. Sie wird vielmehr im Durchschnitt vier- bis fünfmal gebraucht, bevor sie entsorgt wird. Von einem „Wegwerfprodukt“ kann bei dieser Mehrfachverwendung nicht gesprochen werden.

 

Nr. 5 – Kunststoff-Strudel im Pazifik durch europäische Kunststoff-Tragetaschen: Absurde Annahme für ein globales Problem

Aufgrund des geringen Anteils der Kunststoff-Tragetaschen an den Kunststoffverpackungen insgesamt ist es eine absurde Annahme, dass europäische Kunststoff-Tragetaschen der Hauptteil des Kunststoff-Strudels sind, der in den Weltmeeren schwimmt. In Wirklichkeit ist es eine Vielzahl verschiedenster Kunststoffprodukte von landwirtschaftlichen Folien, Foodverpackungen und Kunststoffflaschen (PET-Einwegflaschen).

Nach einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, weiterer Abgeordneter und der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen, Drucksache 16/8825, lag bei Untersuchungen der Plastikanteil an ausgewählten Küstenkontrollstellen der OSPAR-Region (Abkürzung für das Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt im Nordost-Atlantik) bei rd. 78%. Dabei entfiel der größte Anteil auf Taue-, Schnur- und Netzteile aus Plastik.

 

Nr. 6 – Littering-Anteil von Kunststoff-Tragetaschen: Falsche Verursacher-Zuordnung

Nach einer Studie der Universität Basel aus dem Jahr 2004 zum Littering in fünf Städten der Schweiz haben Tragetaschen nur einen Anteil von 5% am gesamten Littering-Aufkommen bezogen auf die Anzahl der Abfallobjekte. Take Away Verpackungen und Getränkeverpackungen tragen demgegenüber mit einem Anteil von 50% am Littering-Aufkommen bei. Will man das Problem des Litterings und der Verschmutzung der Meere in Europa durch Verbote lösen, müssten viele Produkte, die achtlos weggeworfen werden, verboten werden.

In einigen Ländern der EU gibt es funktionierende Entsorgungs- und Recyclingsysteme wie z.B. in Deutschland, die gewährleisten, dass Kunststoff-Tragetaschen wie auch andere
Kunststoffverpackungen ordnungsgemäß entsorgt und verwertet werden.

 

Nr. 7 – Kostenpflichtige Abgabe von Kunststoff-Tragetaschen im LEH in Deutschland seit 1972

In Deutschland werden schon seit 1972 Tragetaschen nicht mehr kostenlos im Lebensmitteleinzelhandel ausgegeben, sondern verkauft. Dies hat dazu geführt, dass der Verbraucher Tragetaschen nur verwendet, wenn er diese benötigt. Außerdem hat die Umstellung der kostenlosen auf die kostenpflichtige Abgabe von Taschen im LEH dafür gesorgt, dass die Taschen einen Wert bekommen und deshalb mehrfach genutzt werden.

 

Nr. 8 – Rohstoffeinsatz für Kunststoff-Tragetaschen: Verhältnismäßigkeit beachten

Die österreichische Studie „Carbon Footprint von Tragetaschen und „Obstsackerl“ aus Papier und Kunststoff“ der denkstatt GmbH, Wien, hat ergeben, dass der durch die Produktion von Kunststoff-Tragetaschen pro Kopf der Bevölkerung verursachte Erdöl-Verbrauch gerade 0,66 Liter Diesel/Jahr oder einer Fahrstrecke von 13 km entspricht.

Entsprechend kommentiert der Autor der Studie, Harald Pilz, wie folgt: „Es verwundert, dass ein Thema mit so geringer Umweltrelevanz solche Beachtung findet. Ich würde mir wünschen, dass jeder Liter Treibstoff-, Heizöl- und Gasverbrauch genauso intensiv diskutiert wird.“

In Deutschland liegt der Anteil des für die Produktion von Kunststoff-Tragetaschen verwendeten Erdöls am gesamten Erdölverbrauch bei 0,08%. Dieser Anteil ist seit Jahren konstant.

 

Nr. 9 – Umweltbelastung durch Kunststoff-Tragetaschen: Herkömmliche Kunststoff-Tragetaschen enthalten keine Schadstoffe

Kunststoff-Tragetaschen werden ausschließlich aus Polyethylen, einer reinen Kohlenwasserstoffverbindung, hergestellt. Sie enthalten keine Weichmacher. Polyethylen ist ein Thermoplast und damit fast unbegrenzt recyclingfähig. Kunststoff-Tragetaschen sind daher bei entsprechend vorhandenen und funktionierenden Entsorgungssystemen – so wie sie in Deutschland bestehen – unproblematisch für die Umwelt.

 

Nr. 10 – Entsorgung von Kunststoffen: Deutsches Entsorgungs- und Verwertungssystem als globales Vorbild

Deutschland verfügt mit den dualen Systemen über ein funktionierendes Sammel- und Verwertungssystem. Kunststoff-Tragetaschen werden, nachdem sie mehrfach gebraucht worden sind, entweder als Müllbeutel entsorgt oder über die Gelbe Tonne in den Recyclingkreislauf eingeschleust und wiederverwertet. Selbst das Umweltbundesamt sieht keinerlei Notwendigkeit, Maßnahmen – wie ein Verbot oder eine Steuer auf Kunststoff-Tragetaschen – zu ergreifen.

Die organisatorischen und technischen Erfahrungen aus mehr als 20 Jahre Entsorgungs- und Verwertungspraxis sollten genutzt werden, um weltweit ähnliche Systeme zu etablieren, als globale Strategie gegen das Littering, zur Schonung der Ressourcen und zur Wiederverwertung wertvoller Rohstoffe.

 

Nr. 11 – Symbolkraft der Tragetasche verführt zu haltlosen Forderungen

Häufig wird die Kunststoff-Tragetasche als Symbol einer Wegwerfkultur angesehen, was aufmerksamkeitsstarke PR-Themen liefert, aber nichts mit der Realität in Deutschland zu tun hat. Es muss europaweit daran gearbeitet werden, in Ländern mit Litteringproblemen eine Kreislaufwirtschaft aufzubauen, damit die Wertstoffe nicht in der Landschaft und in den Meeren landen, sondern wie in Deutschland gesammelt und wiederverwertet werden.

In Deutschland gibt es kein Littering-Problem mit Kunststoff-Tragetaschen und auch keine Verschmutzung der Weltmeere durch Kunststoff-Tragetaschen aus Deutschland.

 

Nr. 12 – Kunststoff-Tragetasche ökologisch sinnvoller als andere Einkaufshilfen: Baumwolltragetasche schneidet wesentlich schlechter ab

Nach einer Studie, die die britische Regierung bei dem Umweltamt „Environment Agency“ in Auftrag gegeben hat, muss z.B. eine Baumwolltragetasche im Vergleich zu einer einmal genutzten HDPE-Tasche mindestens 131 Mal eingesetzt werden, bevor sie beim Treibhausgaspotential (Global Warming Potential) besser abschneidet. Wird die HDPE-Tasche auch nur ein zweites Mal als Müllbeutel genutzt, muss die Baumwolltasche sogar 327 Mal eingesetzt werden. Geht man 1 Mal die Woche einkaufen, müsste man die Baumwolltasche 6 Jahre gebrauchen, bevor sie tatsächlich die Umwelt mehr schont als die Kunststoff-Tragetasche.

 

Nr. 13 – Alternativlose Hygiene von Kunststoff-Tragetaschen

Die Rohstoffe für die Herstellung von Baumwoll- und Jutetaschen werden in der Regel in Monokulturen angebaut. Dies macht den massiven Einsatz von Pestiziden erforderlich, dadurch werden Umwelt und Verbraucher erheblich belastet. Damit diese Taschen für den Lebensmitteltransport hygienisch einwandfrei sind, müssten sie vom Verbraucher regelmäßig gewaschen werden.

Nach einer Studie der Universität Arizona stecken in jeder zweiten Baumwolltasche zu viele Keime – auch krankmachende. Die Forscher der Universität Arizona geben die Empfehlung, die Taschen wöchentlich bei 60 Grad zu waschen und jeweils eine für Fleisch, nässende Kühlware und sandiges Gemüse zu nutzen. Die Belastung der Umwelt durch das wöchentliche Waschen verschlechtert die Umweltbilanz der Baumwolltasche immens.

 

Nr. 14 – Tragetaschen aus Bio-Kunststoffen noch keine wirkliche Alternative

Tragetaschen aus Bio-Kunststoffen sind zur Zeit noch keine wirkliche Alternative. Die Taschen bestehen heute nur zu rd. 40% aus nachwachsenden Rohstoffen. Auch zur Lösung des Litteringproblems tragen sie nicht bei, denn unter normalen Umweltbedingungen zerfallen sie erst – je nach Material – nach ½ – 2 Jahren. Entgegen landläufiger Meinung lösen sie sich auch im Meer nicht auf.

 

Nr. 15 – Immer geringerer Materialeinsatz bei Kunststoff-Tragetaschen: Leichtgewicht für schwere Lasten

Die Produktion von Kunststoff-Tragetaschen wird kontinuierlich im Hinblick auf ökologische Vorteile optimiert. Der Materialeinsatz wird immer geringer, eine nur 20 g schwere Kunststoff-Tragetasche kann 20 kg Waren befördern – sicher und hygienisch. Damit ist die Kunststoff-Tragetasche eines der effizientesten Transportmittel und sorgt dafür, dass der Einkauf sicher zu Hause ankommt.

 

Nr. 16 – Werbewirkung von Kunststoff-Tragetaschen: Effizienter Werbeträger zur Stärkung des stationären Handels

Kunststoff-Tragetaschen sind ein beliebter und preisgünstiger Werbeträger. Durch ihre Präsenz im Umfeld von Geschäften und Einkaufszentren sorgen sie für hohe Aufmerksamkeitswerte und gewinnen eine immer größere Bedeutung für Impulskäufe. Sie helfen damit dem stationären Handel, seine Position gegenüber dem Internethandel zu behaupten und leisten so einen wertvollen Beitrag für die Belebung der Innenstädte.

 

Nr. 17 – Wirtschaftliche Bedeutung der Kunststoff-Tragetasche: Verlust von Arbeitsplätzen und Know how

In der EU werden Kunststoff-Beutel und -Tragetaschen von den ca. 15.000 – 20.000 Mitarbeitern in ca. 250 – 300 Unternehmen hergestellt. Entsprechend würde ein Verbot der Kunststoff-Tragetasche zur Vernichtung von Arbeitsplätzen in diesen Betrieben und in der Folge bei den Zulieferunternehmen führen.
Die weltweit führenden Hersteller von Anlagen zur Herstellung und Verarbeitung/Recycling von Kunststoffen, inklusive Tragetaschen, haben ihren Sitz in der EU. Diese Unternehmen verlieren ihre Kompetenz und ihr Know how, wenn die von ihnen entwickelten Maschinen auf den Heimatmärkten nicht mehr zum Einsatz kommen. Darüber hinaus können sie ihre Produkte nur erfolgreich weltweit vermarkten, wenn sie sie auch Standort-nah vorführen können.